13.01.2013: Ein Konzertabend mit LESTAT VERMON, THOS HENLEY und SEA OF LOVE

PRÄSENTIERT:

LESTAT VERMON

Lestat Vermon ist das Soloprojekt des Polarkreis 18– und Woods of Birnam-Gitarristen Philipp Makolies aus Dresden, der nun mit seinem Debütalbum „Clouds“ den klangästhetischen Gegenentwurf zu seinem bisherigen musikalischen Schaffen veröffentlicht. Kein Bombastrock, kein wild schnaubendes Orchester, sondern elf schlichte, in sich ruhende Songs auf der alten Nylonsaitengitarre (die er damals mit elf Jahren zum ersten Gitarrenunterricht bekam), entschlackt, zurückgenommen und höchstens mal von vereinzelten Klaviermelodien oder dezenten Bläsern und Chören durchzogen. Lieder der ersten Instanz, bei dem das Gitarrenarrangement schon alles leisten muss, was einen Song zu einem guten macht.

Ob nun bei „Into The Woods“, „The River“ oder dem instrumentalen „Hillside One“ – die musikalische Ruhe und Ausgeglichenheit der Stücke zieht sich auch thematisch durch das Album. Sich gänzlich von dichten Wäldern schlucken lassen. Den Himmel von unterwegs nach vertrauten Bildern absuchen. Oder das samtene Dunkel der Nacht, das Schutz und Gefahr zugleich bereithält. „Clouds“ entzieht sich wieder und wieder dem hektischen Gewusel der Städte. Denn die wirklich wichtigen Antworten liegen für Philipp Makolies woanders. Viel, viel weiter draußen.

Seine eigene musikalische Vision hat der „Bandmusiker“ Philipp Makolies mit „Clouds“ auf die konsequenteste aller Arten festgehalten, hat er das Album im Dresdner Hotel Albert Studio (das er zusammen mit seinen Bandkollegen betreibt)komplett selbst produziert, eingespielt und am Ende auch abgemischt. Zur Seite stand ihm dabei lediglich der langjährige Weggefährte und Multi-Instrumentalist Ludwig Bauer, der bei Liveauftritten zum einzigen weiteren Mitglied von Lestat Vermon avanciert. Das ist dann aber auch der einzige Luxus, den Makolies seinen Liedern gönnt. Mehr brauchen diese kleinen, runden Popsongs mit den sorgsam eingestreuten Brüchen und unverhofften Akkordwendungen aber auch einfach nicht.

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THOS HENLEY

Thos Henley wuchs in Südengland in dem kleinen Dorf Netley (Southampton) auf. Doch anstatt sich wie seine Altersgenossen mit Skateboard und Spielekonsole durch den Provinzalltag zu daddeln, beschäftigte sich der Knabe viel lieber mit alter Musik und verstaubter Reiseliteratur über ferne Bräuche und Länder. Inspiriert durch Lord Byron und Patrick Leigh Fermor verließ Thos Henley schließlich vor einiger Zeit seine englische Heimat, um als wandernder Musiker die Orte zu besuchen, deren Namen und Beschreibungen ihn seit seiner Kindheit so schwer beeindruckt hatten. Im Gepäck: wenig mehr als sein britischer Charme und eine krumme akustische Gitarre, ganz nah dem vielbeschworenen romantischen Ideal.

Logische Konsequenz war, dass er in der Folge lernen musste, sich von einer Dose Sardinen am Tag zu ernähren. Das liegt jedoch nicht an fehlendem Talent, sondern an der Zeit, in der er lebt. Thos Henley gehört nicht in die Fußgängerzone, in der er sich heutzutage herumquälen müsste. Damals bei Hofe wäre er für seine Dienste reich entlohnt worden, ist Thos Henley doch jemand, der einen Herrscher in geselliger Runde geistvoll unterhalten kann und kurz darauf dessen Gemahlin zärtlich in den Schlaf singt. Ein letzter großer Romantiker. Jemand dessen Liebe die Weite des Landes, die Freiheit der Straße und die Freundschaften, die man dort knüpft, umschließt und mit einer beinahe unheimlichen Eleganz in seine Musik hinüberführt. Man mag kaum glauben, dass die Aufnahmen seines selbstbetitelten Debütalbums zwischen seinem 20. und 23. Lebensjahr entstanden sind. Sie klingen so altmodisch wie zeitlos und dabei viel britischer, als der Künstler selbst das je von sich behaupten würde.

In den letzten beiden Jahren hat Thos Henley größtenteils zu Fuß Frankreich, Griechenland und Schweden bereist. Dazwischen hat er in einer WG-Küche in Paris gelebt und jedes Konzert gespielt, dass man ihm angeboten hat. Er plant, demnächst nach Montenegro umzusiedeln, wo alles wärmer und billiger ist. Als Plattenlabel kann man ihm nur folgen und die Aufnahmen sammeln, die er an den verschiedenen Orten hinterlässt. Aufnahmen, in denen Orte und die Musiker, die dort leben, hörbar werden, dabei jedoch nie die Einzigartigkeit und Größe dieses schmalen und jungen Reisenden überdecken.

Rolling Stone, Mai 2011: „Eine echte Entdeckung ist dieser Songwriter aus dem Süden Englands. Seine Songs übers Lesen und Reisen haben eine melancholische Pop-Qualität, die an den tragisch verstorbenen norwegischen Songwriter Thomas Hansen alias St. Thomas und eine kleines bisschen an (nicht erschrecken) Peter Sarstedt erinnern (***1/2 Sterne).“

Rote Raupe, Mai 2011, Kauftipp: „Ein nahezu formvollendeter Liedschreiber und Geschichtenerzähler, der gekonnt kleine Episoden aus dem eigenen Leben mit erfundenen Begebenheiten vermischt. Bei aller Rückbesinnung auf traditionelles Songwriting klingen die zehn Stücke des Albums keineswegs altbacken, sondern erstaunlich modern und bewegen sich musikalisch irgendwo zwischen dem charmanten Folk von Herman Dune und der Poesie des Bright Eyes-Meisterwerks „I´m wide awake it´s morning“.“

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SEA OF LOVE

Die Geburt muss schmerzhaft schön gewesen sein. Anders ist es nicht zu erklären.

Das selbst produzierte Debütalbum „grey“ ist ein knappes Jahr alt.  Nun könnte man meinen, dieses musikalische Gesamtkunstwerk, bestehend aus einer Frau und sonst fast nichts, steckt noch in den Kinderschuhen. Tut es aber – abgesehen von den Füßen der Sängerin Marie – mitnichten.

Sea of Love alias Marie-Sophie Kanske aus Dresden hat sich unlängst auf eine abenteuerliche Reise begeben. Jetzt kommt sie zurück. Die Schuhe zerlaufen, das Haar wirr, die zarte Haut zerkratzt. Mit leuchtenden Augen. Auf den Fersen der Fuchs. Kein Wort darüber, was geschehen sein mag auf ihrem Weg. Fünf Lieder sind ihre Beute, fünf zerbrechliche Popsongs im zarten Pelz heim getragen, basierend auf sphärischen Gitarren- oder Klavierlinien, die irgendwo zwischen Portishead, Cat Power, Azure Ray oder Hundreds (mit denen Sea of Love bereits tourte) pendeln, nur ab und an von knisternden Samples und wuchtigen Trommeln unterbrochen.

Man möchte laut rufen: „Nimm dich in acht vor dem Fuchs, Marie!“ Denn bei solch intimen Songkleinoden könnte man zu lange ergriffen innehalten und sich eimerweise das Herz leer heulen.

Dieser Feenstaub macht für einen Abend wunschlos glücklich.

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