Der magische 12.12.12 mit einer Lesung von SUSANNE WIERMANN: „Die Hexe von Bernburg“

Susanne Wiermann (Jahrgang 1963) wäre früher mit ihrem Erstberuf Hebamme und als kundige Frau (Naturheilkunde, Archäo- und Ethnomedizin) wohl auch in Verruf gekommen, eine Hexe zu sein. Als Kulturwissenschaftlerin beobachtet sie genau alles Menschliche und Skurrile. 1998 schloss Susanne Wiermann ihr Studiumals Magister Artium in Völkerkunde, urgeschichtlicher Achäologie und Soziologie ab. Seit 2000 arbeitet sie als Museumspädagogin, Naturpädagogin und Lerncoach. Sie ist Autorin von Lehrerhandreichungen, Museumsführern und Ausstellungstexten, Fachartikeln, Audioguides sowie zahlreicher Rezensionen zu urgeschichtlicher Fach- und Jugendliteratur. Seit 2006 lebt Susanne Wiermann in Bernburg an der Saale. Sie hat intensiv Aufzeichnungen des städtischen Archives über die Hexenverfolgung in Bernburg studiert, welche als Vorlage für ihr erstes Nichtfachbuch gelten.

Die Autorin las aus ihrem ersten Roman „Die Hexe von Bernburg„, welcher im Mai dieses Jahres veröffentlicht wurde und mittlerweile bereits in der 5. Auflage erschienen ist. Im Anschluss an die Lesung konnte das Buch erstanden und gerne auch signiert werden.

Die Frau des Bürgermeisters wird der Hexerei bezichtigt: Zu viel gelingt ihr zu gut. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.

Anhand authentischer Akten eines Hexenprozesses in Bernburg Anfang des 17. Jahrhunderts, eingebettet in einen fiktionalen Rahmen, rücken der Alltag und das Denken der damaligen Zeit sehr real näher.

Bei Glühwein, Tee, Plätzchen und Kuchen gab es die Gelegenheit zum Lauschen, Nachdenken und drüber Reden.

Hexenverfolgung: Ein Thema welches man schnell ins Mittelalter packt. Tatsächlich handelt es sich in Mitteleuropa um ein Phänomen der frühen Neuzeit. Auch das scheint für die meisten von uns lange her. Was man dabei aber wissen sollte ist, dass Hexenverfolgungen auch heute noch stattfinden, insbesondere in Afrika, Südostasien und Südamerika.

Während der letzten 40 Jahre sind mehr Menschen durch Hexenjagden ermordet worden als durch die historischen Hexenjagden im Europa der Rennaissance und des Barock. Hier geht man von 40.000 bis maximal 100.000 Todesopfer aus.Im 19. Jahrhundert wurden in Madagaskar mehr als 200.000 Menschen ihm Rahmen einer gigantischen Hexenjagd mit Giftordalen umgebracht. Zwischen 1980 und heute wurden mehr als 12.000 Frauen in Tansania ermordet und mehr als 5000 Menschen in Südafrika. In der Demokratischen Republik Kongo gibt es mehrere Zehntausend Straßenkinder, die als Hexen angeklagt wurden. Aus fast allen anderen Staaten des subsaharischen Afrikas kommen regelmäßig Meldungen über heftige Hexenjagden mit mehreren Dutzend bis Hundert Toten. Was allerdings darüber hinaus noch im Busch und in den Slums geschieht, bleibt meistens von jeder Öffentlichkeit unbemerkt.

Der Ethnologe Felix Riedel wird im Jahr 2013 über Hexereivorstellungen und Hexenjagden in Ghana berichten. Der genaue Termin der Veranstaltung wird an gewohnter Stelle bekannt gegeben. Wir erwarten ihn gespannt.

Weitere Infos zur Hexenjagd in Ghana:

http://gushiegu.wordpress.com/

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